Schichtstärken-Messgerät für Lackoberflächen

Viele Autolackierwerkstätten und Profis in der Lackierbranche verfügen über ein Lackschichtstärken-Messgerät. Mit diesem technischen Wunderding lässt sich exakt die vorhandene Lackschichtstärke messen. Das Messgerät wird z.B. dazu benutzt, um bei Fahrzeuglackierungen festzustellen, wie stark oder dünn eine Lackschicht ist.

Interessant wird es bei Gebrauchtfahrzeugen. Mit Leichtigkeit lässt sich ein nachlackierter Schaden identifizieren. Sind Sie beim Kauf eines Gebrauchten misstrauisch geworden, ob das Fahrzeug wirklich unfallfrei an Sie verkauft wurde, dann hilft der Blick auf die Anzeige dieses Gerätes. Schnell kann der Profi erkennen, ob nur eine kleine Schadenstelle behoben wurde, oder ob es sich um eine größere Beschädigung gehandelt hat.

Verdächtig sind immer Farbunterschiede und unterschiedliche Lackstrukturen an der Lackierung. In diesem Fall sollten Sie sich schleunigst auf den Weg zu einem Lackierfachbetrieb machen. Auch gespachtelte Blechflächen lassen sich damit prima entlarven.

Sie haben dann die Möglichkeit, den Verkäufer mit der Beschädigung zu konfrontieren. Wurde Ihnen unter Umständen ein Unfallschaden verschwiegen, können Sie eventuell noch den Preis mindern oder im schlimmsten Fall das Fahrzeug zurückgeben und Ihr Geld wiederbekommen.

Ein weiterer Vorteil so eines Messgerätes ist, dass Sie genau erfahren, wie stark oder dünn die Lackierung an dem Fahrzeug ist. Das hilft bei allen Lackreparaturen, teure Schäden, die durch ein Durchpolieren entstehen können, zu verhindern.

Allerdings ist auch eine Originallackierung nicht überall gleichmäßig stark. Lackschicht-Stärkenunterschiede können z.B. an verschiedenen Karosserieteilen auftreten. So ist die Lackschicht auf der Motorhaube oft dünner als an den Türen. Das Messgerät zeigt dann unterschiedliche Werte an. Für eine Lackreparatur haben Sie maximal 20/100 Millimeter Lackschicht zur Verfügung. Mehr nicht! Schleifen Sie weiter, wird die UV-Schicht des Lacks empfindlich gestört. Der Lack bleicht schon nach kürzester Zeit aus. Auch die Anfälligkeit der Schadenstelle gegen alle Einflüsse wie Wäsche oder Umweltverschmutzungen wird dadurch verstärkt. Zur Sicherheit ist eine hochkarätige Lackversiegelung der Reparaturstelle unumgänglich.

Glanzgrad-Messgerät

Um solch ein innovatives, superteures Gerät brauchen Sie sich im Grunde nicht zu kümmern. Es sei denn, Sie wollen einen Lackschaden feststellen. So ist auch der Test auf Lackausbesserungen wie schon bei dem Schichtstärken-Messgerät nur dann sinnvoll, wenn Sie den Verdacht haben, dass an dem Fahrzeug irgendwann einmal ein größerer Schaden vorhanden war.

Der Glanzgradmesser erkennt den Glanz einer Lackierung. Für das menschliche Auge sind jedoch die Messdaten völlig ohne Bedeutung. Jeder Mensch, also auch jedes Auge sieht und empfindet anders. Einge Hersteller von Poliermitteln werben mit diesen Messdaten. Das jedoch ist völliger Unsinn. Es hat sich bei verschiedenen Tests herausgestellt, dass immer unterschiedliche Aussagen, auch ohne Messung, über den Glanzgrad einer Lackierung gemacht wurden. Das hat mit den unterschiedlichen Blickwinkeln des Betrachters wir auch mit dem vorhandenen Licht zur Zeit der Feststellung zu tun.

Ob eine Lackfläche tatsächlich tausendmal glänzender ist als eine andere, das müssen Sie entscheiden. Glänzender als glänzend geht nicht.