Lackbeschichtungen

Durch die Umweltgesetzgebung sind Fahrzeug- und Lackhersteller angehalten, neue schadstoffarme Beschichtungsmittel für Fahrzeugoberflächen zu entwickeln. Dazu gehören lösungsmittelarme Very-High-Solids Lacke, Wasserlacke und Pulverbeschichtungen. Durch den Gesetzgeber verlangt, sollen in den nächsten Jahren Karosserien ausschließlich in umweltverträglichen Beschichtungs-Systemen wie Wasserlack-Technik oder Pulverbeschichtung lackiert werden. Auch die Reparaturlackierungen durch Autolackiererein werden nur noch mit Wasserlacken ausgeführt. Das verlangt zum Teil ein Umdenken bei der Pflege und Wartung von diesen Fahrzeugkarosserie-Beschichtungssystemen. Die Very-High-Solid Lacksysteme als letzte Variante der Lösemittellacke werden nach und nach in der Fahrzeugindustrie auslaufen.

Konventionelle Lacke

Die heutigen Autolacke sind hauptsächlich Acryllacke, also vollsynthetische Harze. Die alten Varianten der Acryllacke waren stark lösemittelhaltig, während die moderne Variante auf Wasserbasis verarbeitet wird. Basislacke wie z.B. Metallic- oder Perlmuttlack sind meist Wasserbasislacke und mit lösemittelhaltigen High-Solid Klarlacken überzogen. In den letzten Jahren wurden mehr und mehr Pulverlackbeschichtungen im Automobilbau eingesetzt. Diese Beschichtungsstoffe werden auf der Basis verschidenster Bindemittel hergestellt, so werden herkömmliche Lacke nahezu allen Anforderungen gerecht. Polyurethane und Epoxidharze werden z.B. zu 2-Komponenten-Lacken höchster Qualität und Beständigkeit verarbeitet. Acrylharzlacke weisen neben einer hohen Alterungs- und Witterungsbeständigkeit einen hohen Glanz auf.

Nitrolack

Lacke mit Nitrocellulose als wesentlichem Bindemittelanteil spielen heutzutage keine Rolle mehr. Diese Lacke mussten mit aufwendigen Kräften und Poliermitteln zum Hochglanz gebracht werden. Aus dieser Zeit stammt für den Autolack der Begriff "Polieren".

Acryllack

Diese vollsynthetischen Harze werden sowohl als thermoplastische Acryllacke als auch als 2-Komponenten-Lacke verwendet. Eine flexible Variante der Acryllacke, außer auf US-Fahrzeigen, ist ein in unseren Breitengraden selten verwendetes Lacksystem. Es ist weicher und flexibler als europäische Acryllacke, lässt sich gut polieren, wird aber bei unterlassener Pflege schnell matt und stumpf. Thermoplastische Acryllacke trocknen nicht chemisch, sondern nur durch Ausdünstung ihrer Lösemittel. Daher ist hier die sogenannte Aushärtungsphase etwas länger als zum Beispiel bei 2K-Lacken. Der Lackfilm bei diesen 2K-Lacken ist sehr hart, kratzfest, leicht polierbar und trotzdem noch elastisch.

PUR

Polyurethanlack, auch PUR, ist ein 2-Komponenten-Reaktionslack. Diese Lacke sind gut haftend, härte-elastisch und chemiekalienbeständig. Sie werden u.a. auf Oberflächen aufgetragen, die einer immensen Beanspruchung ausgesetzt sind, wie zum Beispiel in der Flugzeuglackierung. Die Bedingungen an der Flugzeughaut sind in geringen Zeitabständen zu überwinden und auszugleichen. Das beginnt bereits in der Startphase. Hohe Geschwindigkeiten, Temperaturunterschiede durch Steig- und Singflug, Minustemperaturen in hohen Flugflächen, starke Sonneneinstrahlung und der ständige Klimazonenwechsel verlangen der Lackierung einiges ab. PUR ist aus der Sicht von Haltbarkeit und Beständigkeit sicher die bessere Alternative zu den heute verwendeten Pulver- oder Wasserlacken. Auch Reparatur an dieser Lackschicht verursachen so gut wie keine Probleme. Leider ist diese Lackierung sehr teuer.

Wasserbasislacke

Die Bezeichnung Wasserlacke umfasst alle Lackiermaterialien, bei denen Wasser weitgehend die Lösemittel ersetzt. Sie werden als Tauchlacke oder Spritzlacke verwendet. Ihre Widerstandsfähigkeit ist der Resistenz konventioneller Lacksysteme ähnlich.